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Aktion "Tannenbaum" der Werbegemeinschaft Langenberg
12.12.2016 11:47 (242 x gelesen)

Schulgespenst "Willi" als

Tannenbaumschmuck



Im Rahmen einer Aktion der Werbegemeinschaft Langenberg hat auch unsere Schule in diesem Jahr einen Tannenbaum geschmückt, um die historische Altstadt Langenbergs in weihnachtlichem Glanz erstrahlen zu lassen (Bericht in der WAZ unter https://www.waz.de/staedte/velbert/adventsbummel-durch-langenberg-maerchenhaft-id208937303.html ).

Dafür hatten sich Frau Baak und Frau Kurth von der Schulpflegschaft gemeinsam mit Rektorin D.Peters und Lehramtsanwärterin B.Kleppich etwas Besonderes ausgedacht: anstelle von traditionellem Baumschmuck wie Kugeln oder Sterne sollte der W-O-S-Weihnachtsbaum eine richtige Geschichte erzählen. Von unserem Schulgespenst Willi nämlich, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Menschen nicht nur zu erschrecken, sondern gerade auch in der Adventszeit zum Nachdenken anzuregen.

Alle Klassen hörten zunächst das Märchen von Willi, bevor dann im Kunstunterricht mit Hilfe von Frau Piecha und den anderen KunstlehrerInnen die einzelnen "Schmuckstücke" angefertigt wurden. Alles musste ja in erster Linie auch wetterfest sein!  Die Klasse 1 bemalte Tannenzapfen;  in Klasse 2 entstanden die schrill bemalten Joghurtbecher; die Drittklässler schrieben Gedichte (so genannte Elfchen) auf große Papp-Herzen, die anschließend laminiert wurden; und in Klasse 4 wurden lauter kleine Willis gebastelt, die nun den W-O-S-Baum an der alten Stadtwaage zieren.

Am dortigen Brückengeländer ist außerdem das Märchen von Willi, dem Schulgespenst zu lesen, das aus der Feder von Frau Kleppich stammt und das wir hier zum Nachlesen nun abdrucken:

Wilhelm schmückt…

Wilhelm hatte tatsächlich über 100 Jahre in seiner Truhe der Wilhelm Ophüls Schule gelegen. Wie es kam, dass er so lange dort geschlafen hatte? Ein grippaler Infekt hatte ihn zu dieser langen Pause genötigt.

Dabei war er sonst immer ein eifriges Gespenst gewesen. Er hatte die Leute des Nachts gerne erschreckt und über den Frohnberg gehetzt. Im Winter, in der dunklen Jahreszeit, war das ein besonderer Genuss gewesen.

Seit ein paar Monaten nun stöberte er hier und dort umher und war erstaunt, wie sehr sich die Welt verändert hatte. Sicher es gab mehr Autos, mehr Lärm, mehr Technik – aber das alleine war es nicht. Erfunden hatten die Menschen immer schon. Schlimmer fand er, wie die Menschen sich gewandelt hatten. Sie hetzten von Ort zu Ort. Sie achteten kaum aufeinander. Sie hörten einander kaum zu. Sie sprachen zwar miteinander, aber die Worte schienen bedeutungslos geworden zu sein.

Jetzt war es wieder so weit. Weihnachten stand fast vor der Tür. Wilhelm hatte gehofft, dass die Menschen wenigstens in dieser Zeit  einmal inne halten würden. Sicher es gab Spendenmarathons. Man packte Schuhkartons für arme Kinder in fernen Ländern….Aber reichte das, für ein ganzes Leben oder wenigstens für ein Jahr, bis dann wieder Weihnachten war?

Überall wurde prächtig geschmückt, ein Baum schien den anderen an Schönheit übertreffen zu wollen. Äußerlich sahen sie voll beladen aus aber eigentlich waren sie doch leer geblieben.

Da wurde Wilhelm sehr traurig und beschloss, einen Baum einmal ganz anders zu schmücken, damit die Menschen wenigstens einmal inne hielten. Sie sollten sich empören aber dabei  hinsehen, ein bisschen aufwachen.

Deshalb nahm er Tannenzapfen, die oft so wunderbar an den Ästen baumelten und strich sie in den schrillsten Farben an. Er sammelte Plastikjoghurtbecher  und versah auch diese mit den grellsten Farben. Engel fand man in dem Baum nicht. Lauter kleine Gespenster zierten die Äste des Baumes. Sie sollten die Menschen erschrecken, sie wachrütteln für das, was eigentlich nicht in der Weihnachtszeit geschah. Menschen sein Herz zu schenken, das wäre das Ziel. Deshalb hängte Wilhelm jede Menge Herzen in den Baum, die einerseits schrill mit hoffnungslosen Gedanken und andererseits rot mit hoffnungsvollen Gedanken gestaltet waren…….

Wilhelm hoffte ganz stark, dass die Menschen seinen Baum erkennen und verstehen würden…..

Deshalb beschloss er seinen Wecker statt auf Mitternacht weit vor zu stellen, damit er die Leute bei Einbruch der Dunkelheit beobachten konnte.

Als er am Freitag- für ihn fürchterlich früh - für die Menschen aber fast schon wieder abends aus seiner Truhe stieg, gähnte er laut und begab sich ins Städtchen; dorthin, wo er einen Baum, einfach ohne zu fragen  so schrill geschmückt hatte.

Schon von weitem sah Wilhelm eine Menschenansammlung vor seinem Baum stehen. - Die Leute hatten also tatsächlich inne gehalten. Als er aber näher kam, hörte er, wie sie schimpften: „Das ist ja skandalös,…. eine Unverschämtheit,….. wer macht denn so etwas, ….das ist doch kein Baumschmuck,……Geschmacklos……“ Eine besonders dicke Frau mit ungefähr fünfzehn Einkaufstüten warf ein: „Ich werde mich beim Bürgermeister beschweren. Bei mir zu Hause gibt es drei Weihnachtsbäume. Alle aus Plastik und jeder schöner als der andere. Sie waren im Angebot.“

Die Leute nickten zustimmend. Wer hatte schon nur einen Baum. Normalerweise stand ein Baum im Garten, einer auf dem Balkon und schließlich der eigentliche Weihnachtsbaum spätestens am vierten Advent im Wohnzimmer. Am Heiligabend selbst schaute dann keiner mehr hin…..

Wilhelm seufzte tief. Die Leute verstanden seine Botschaft nicht….

Doch plötzlich löste sich ein junger Mann aus der Menge. Er sprach mit Akzent aber sehr deutlich und verständlich. Man sah ihm jedoch an, dass seine ursprüngliche Heimat nicht in diesem Städtchen war. Er hatte eine etwas dunklere Hautfarbe und dickes pechschwarzes Haar. Er rief: „Der Baum erzählt von mir!“. Da setzte die Dicke ihre fünfzehn Tüten ab, schaute verächtlich zu ihm hin und erwiderte: „ Von dir erzählt der Baum? Das ist ja lächerlich. Du weißt doch nicht einmal, was Weihnachten ist. Da wo du her kommst, gibt es doch gar kein Weihnachten.

Der junge Mann ließ sich aber gar nicht verunsichern. „Ihr müsst die Texte lesen! Dann wisst ihr!“ Da endlich schauten die Leute genauer hin. Sie entdeckten die Herzen mit Wilhelms Gedanken. Plötzlich liefen sie alle um den Baum herum entdeckten, sahen und lasen….auch die Geschichte von Wilhelms Schmückidee. Der junge Mann hatte Recht gehabt; er kam vor; auf den Herzen……

Kalt                                                                warm             

Flüchtlinge fahren                                         Flüchtlinge erreichen

Allein, verlassen, traurig,                              gerettet, erleichtert, froh

über das weite Meer                                     ein neues sicheres Ziel

Angst                                                              Hilfe                           

Nachdenklich packte die dicke Frau ihre Tüten zusammen und ging davon.

 Texte: B.Kleppich/H.Trimpert
Fotos: H.Trimpert


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